TYPO3 vs. WordPress

Beide CMS im direkten Vergleich

Welches CMS soll ich für meine Website verwenden? Diese Frage haben sich schon viele Unternehmen gestellt. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für die zukünftige Homepage, weswegen man sich gut vorher informieren sollte. Jedes CMS hat seine Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen, Ups and Downs. Wir haben diese für Sie aufbereitet und bieten einen Überlick und Vergleich zwischen WordPress und TYPO3. Angefangen von den unterschiedlichen Zielgruppen, dem technischen Grundsystem, anschließend vergleichen wir die beiden Systeme bezüglich deren Sicherheitsstandard und zu guter Letzt gehen wir auf die unterschiedliche Benutzerverwaltung ein. Im letzten Teil geben wir noch einen gesamten Überblick, welche Vorteile für TYPO3 und welche für WordPress sprechen.

Claudia Brandl = CBRA

[Autorenname]

[Position bei CBRA]

veröffentlicht am: 12.03.2020

Wer auf der Suche nach einer neuen Website ist, steht schnell vor der Entscheidung, welches CMS man dafür verwenden soll. Ein CMS ist eine Software, die zur Verwaltung von Websites erstellt wurde und nach dem richtigen Setup, ganz ohne Programmierkenntnisse den unkomplizierten Austausch von Inhalten und Bildern erlaubt. Die richtige Entscheidung zu treffen ist nicht leicht und hat schon den ein oder anderen vor Herausforderungen gestellt. Das verwundert jedoch wenig. Knappe 300 Anbieter von CMS lassen sich finden. Jeder mit seinen Stärken und Schwächen. Zwei Namen begegnen einem  immer wieder: WordPress und TYPO3. In unserem Artikel erfahren Sie, wie sich die beiden Systeme grundsätzlich unterscheiden und für welches Projekt, welches System geeignet ist.

Zielgruppe

TYPO3 erschien 1998 das ersten Mal. Konzipiert wurde das System als Enterprise Lösung für mittelständische Unternehmen. Rechteverwaltung, Schnittstellen und Funktionalitäten sind darauf ausgerichtet komplexe Sachverhalte abzubilden, weswegen es auch grundsätzlich eine längere Eingewöhnungszeit der Nutzer verlangt und oftmals einen etwas höheren Programmieraufwand fordert. TYPO3 zielt also ganz bewusst auf umfangreiche und schwierige Projekte, bei welchen andere CMS Schwierigkeiten haben. TYPO3 konnte sich vor allem im deutschsprachigen Raum etablieren und spielt dort nach wie vor eine wichtige Rolle. In Österreich beträgt der Marktanteil von TYPO3 geschätzte 21 %, in Deutschland 11 %. 

WordPress hingegen ging 2003 erstmals online und war ursprünglich als CMS für Blogs konzipiert. Die Software zielte dabei in erster Linie auf Personen, welche nicht zwingend Programmiererfahrung mitbringen. Eine einfache Bedienung und eine intuitives User Interface sind auch heute noch große Stärken des WordPress-Ecosystems. Zudem setzte WordPress früh auf einen internen Marketplace für Plugins, welcher hauptsächlich dafür verantwortlich ist, dass sich WordPress von Blog-CMS zu einem CMS für jeden entwickeln konnte. WordPress ist heute, das am meisten verbreitete CMS weltweit, in Zahlen ausgedrückt bedeutet das 36 % aller Internetseiten. In Österreich beträgt der Marktanteil geschätzte 38 %, in Deutschland knappe 46 %.

Alles auf einen Blick

eignet sich gut für einfache Projekte ohne großen Programmieraufwand wie z. B. Landing Pages, Websites für kleine bis mittlere Unternehmen oder für Websites von Vereinen oder Privatpersonen.

Eignet sich gut für große und komplexe Projekte wie z. B. Websites für große Unternehmen mit Schnittstellen zu internen Programmen oder aufwändigen Nutzerverwaltungen. Programmierung und Schulung der Nutzer ist fast immer nötig.

Struktur und Aufbau

Beide Systeme haben einen ähnlichen Aufbau und eine ähnliche Struktur. Technisch ausgedrückt nutzt sowohl TYPO3 als auch WordPress das Softwarepaket LAMP als Basis.

  • L steht für Linux als Betriebssystem
  • A steht für Apache als Webserver
  • M steht für mySQL als Datenbanksystem
  • P steht für PHP als Programmiersprache

Außerdem nutzen beide Systeme für den Backend-Zugang einen gängigen Webbrowser. TYPO3 und auch WordPress arbeiten mit Erweiterungen (Diese werden Extensions bei TYPO3 und Plugins bei WordPress genannt). Das erlaubt es, beide Systeme nach eigenen Wünschen zu erweitern. Jedoch muss man beachten, dass jeder Erweiterungen erstellen und veröffentlichen kann. Deswegen sollte man hier vorsichtig sein.

Jedoch findet man auch einige Unterschiede.

  • Die Objekte (Überschrift, Texte und Bilder) auf den Seiten werden als Elemente bezeichnet. Die Anordnung erfolgt anhand einer Baumstruktur
  • Einschulung der Nutzer ist eigentlich immer nötig, aufgrund des komplexeren Aufgabenbereiches
  • Multi-Site und Multi-Language ist standardmäßig implementiert
  • Inhalte auf WordPress werden mit einem “Rich Text Editor” erstellt. Die Organisation erfolgt über die einzelnen Seiten, Beiträge und Kategorien.
  • Schulung der Nutzer ist aufgrund des intuitiven Interfaces oft nicht nötig.
  • Multi-Site und Multi-Language lassen sich mit eigenen Plugins implementieren.
Grundsätzlich können alle Websiten mit beiden Systemen umgesetzt werden. Es gibt jedoch Vor- und Nachteile

Sicherheit und Updates

TYPO3 überzeugte immer schon mit einem gut überlegten und ausgereiften Sicherheitskonzept. Daruntern versteht man:

  • Ein eigenes Sicherheitsteam ist für die schnelle Schließung von Lücken verantwortlich.
  • Der Long Term Support (kurz LTS) garantiert regelmäßige Updates. Diese sind am Versionsnamen z. B. TYPO3 v10 LTS erkennbar.
  • Extensions, bei welchen Sicherheitsprobleme gefunden wurden, werden aus dem Repository genommen, solange die Lücke nicht geschlossen wird.
  • Die Sandboxing-Funktion erlaubt das Bearbeiten der Seite in einer abgekapselten Entwurfsumgebung. Fehler lassen sich so nicht auf die Live-Seite übertragen.
  • Das SSL-Protokoll ist standardmäßig implementiert, sodass Anmeldungen nur verschlüsselt stattfinden können.
  • Zudem bietet das System einen ausgefeilte Nutzer- und Rechteverwaltung, viele Aktionen werden standardmäßig protokolliert und anhand von ausgewählten Extensions lässt sich die Sicherheit weiter erhöhen.

WordPress wird auf einer riesigen Anzahl von Websites verwendet, was leider auch Angreifer auf den Plan ruft. WordPress selbst bietet ein grundlegendes Sicherheitskonzept.

  • Eine riesige Zahl an Entwicklern beschäftigt sich mit WordPress. Deswegen kann das WordPress-Sicherheitskonzept durch Plugins zu einem leistungsstarken System ausgebaut werden, welches anderen Systemen um nichts nachsteht.
  • WordPress Plugins verfügen über Vor- und Nachteile. Eine falsche Konfigurierung oder eine unsaubere Programmierung eröffnen neue Risiken.  Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall einen Experten zu befragen
  • Eine weitere Schwachstelle des WordPress-Universums sind die Nutzer. Da WordPress für jedermann konzipiert ist, fehlt es oft an Know How im Bereich Sicherheit. Deaktivierte Plugins, nicht durchgeführte Updates oder schlechte Passwörter erhöhen das Risiko.

Hier lässt sich festhalten, dass beide Systeme sicher sind. Es bedarf jedoch oft Hilfe von externen Experten. Websites, welche wichtige Daten verarbeiten, sollten dem Thema Sicherheit nicht unterschätzen.

Das User Interface der WordPress CBRA-Website
So sieht das Backend von WordPress aus
Das User Interface von TYPO3
und so das Backend von TYPO3

Benutzerverwaltung

Ein weiterer Unterschied der beiden Systeme findet sich in der Benutzerverwaltung. TYPO3 bietet standardmäßig eine bessere Funktionalität und einen besseren Sicherheitsstandard.

https://www.ecospace.at/ eine wunderschöne Website auf WordPress-Basis
  • Benutzerverwaltung anhand der einzelnen Seiten und Unterseiten der Website
  • Benutzerverwaltung in Front- und Backend
  • Einzelne Bereiche der Website lassen sich einfach und problemlos abschirmen
  • Benutzerverwaltung mit verschiedenen Rollen wie z. B. Redakteur, Admin, Autor usw.
  • Für eine komplexere Benutzerverwaltung bedarf es oft vieler Plugins oder eigener Programmierungen, welche selten so flüssig zusammenlaufen wie bei TYOP3

Überblick

Wir hoffen Sie konnten durch die oben beschriebenen Unterschiede einen ersten Überblick über die beiden Systeme sammeln. Was jedoch das richtige CMS ist hängt stark vom Einzelfall ab. Über folgende Themen Sie sich auf jeden Fall Gedanken machen.

TYPO3ist bei weiten schwieriger zu meistern als WordPress. Deswegen sollte man das Projekt auch mit den zukünftigen Nutzern besprechen.

WordPress bietet mit Yoast ein modernen Plugin für alle SEO-Aspekte. Yoast wurde 2016 auch für TYPO3 eingeführt. Das Set Up ist jedoch um einiges schwieriger.

TYPO3 Websites sind grundsätzlich teurer als WordPress-Seiten. Übersteigt die Website jedoch eine bestimmte Komplexität so steigen die Kosten von WordPress überproportional.

WordPress ist aufgrund der vielen Plugins sehr flexibel einsetzbar. Onlineshops mit TYPO3 lassen sich nur schwer umsetzen.

WordPress bietet eine riesen Auswahl an vorgefertigten Lösungen mit jedoch nur einem bescheidenen Grad an Individualisierung. TYPO3 bietet hingegen eine bescheidene Auswahl an vorgefertigten Lösungen, jedoch einen hohen Grad an Individualisierung.

Zusammenfassung

Die Frage nach den richtigen CMS kann nicht pauschal beantwortet werden und hängt von Projekt zu Projekt ab. Grundsätzlich kann man aber festhalten je komplizierter das Projekt wird, desto eher eignet sich TYPO3 als geeignete Lösung. Die Entscheidung ist aufgrund der vielen Anbieter schwierig. Wir hoffen wir konnten einen ersten Überblick geben. Falls du die beiden Systeme in Action sehen willst, kannst du unsere Referenzprojekte gerne durchstöbern. Falls etwas unklar war oder du noch weitere Fragen hast schreib uns gerne ein Mail.

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